Dorfrundgänge
Gemeinsam durchs Dorf oder Quartier gehen und Orte entdecken, an denen wieder mehr Natur entstehen könnte.

Natur sollte kein Luxus sein.
Gemeinsam machen wir sichtbar, wo Natur fehlt – und wie sie zurückkehren kann.

Erinnerst du dich noch an die Natur deiner Kindheit und die wilden Orte aus Sagen und Märchen?
Wiesen voller Schmetterlinge und Insekten, wilde Bäche zum Spielen, Morgentau unter den Füßen – verwunschene Moore, klare Flüsse und dichte, urige Wälder.
Natur ist Lebensraum und zugleich ein wichtiger Teil unseres eigenen Wohlbefindens und unserer Gesundheit.
Viele Arten und Lebensräume sind heute seltener geworden oder verschwunden. Weltweit machen sich immer mehr Menschen auf den Weg, sich die Natur zurückzuholen.
Lass sie uns gemeinsam zurückholen.
Natur ist dort, wo natürliche Prozesse wieder Raum bekommen – durch gezielte Renaturierung oder manchmal einfach dadurch, dass wir weniger eingreifen. Diese Natur soll nicht nur geschützt werden, sondern auch für Menschen erlebbar sein.
Die Umsetzung
Recht auf Natur hilft Menschen dabei, gemeinsam Naturprojekte in ihrer unmittelbaren Umgebung zu entwickeln und umzusetzen.

Menschen kennen ihre Nachbarschaft am besten. Statt zentral zu entscheiden, wo Renaturierung stattfinden soll, fragen wir:
Menschen können Orte zeigen, sagen, was ihnen dort fehlt, und sich mit anderen verbinden. Recht auf Natur hilft, daraus umsetzbare ökologische Projekte zu machen.
Die Naturkarte
Zeig uns einen Ort und erzähl uns, was dir dort fehlt und welche Natur du dir wünschst.
Vielleicht brauchst du mehr Schatten, einen Ort zum Spielen oder Ruhe – oder du wünschst dir Wasser, Bäume, Wildblumen, Vögel oder mehr Wildnis.
Andere können deine Idee unterstützen, Wissen über den Ort ergänzen oder sagen, dass sie mitmachen möchten. So können Menschen mit einem gemeinsamen Interesse an einem Ort zusammenfinden.
Vom Wunsch zur Umsetzung
Nicht jedes Projekt braucht dasselbe. Recht auf Natur hilft herauszufinden, was für einen Ort noch fehlt – und die passenden Menschen, Informationen und Möglichkeiten zusammenzubringen.

Was fehlt hier? Welche Natur wünschen sich Menschen?
Was steht der Umsetzung an diesem Ort entgegen?
Je nach Ort braucht es eine andere Kombination.
Aus der passenden Kombination wird ein konkretes Vorhaben.
Gemeinsam vor Ort
Wie ein Naturprojekt entsteht, kann von Ort zu Ort ganz unterschiedlich aussehen. Wir möchten dafür Formate schaffen, bei denen Menschen ihre Umgebung gemeinsam entdecken, Ideen entwickeln und ins Handeln kommen.
Gemeinsam durchs Dorf oder Quartier gehen und Orte entdecken, an denen wieder mehr Natur entstehen könnte.
Gemeinsam Ideen für Gärten, Straßen, Schulhöfe, Gewässer oder ganze Landschaften entwickeln.
Wie sah dieser Ort früher aus? Was fehlt heute? Erinnerungen, lokales Wissen und wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenbringen.
Menschen vor Ort mit Gemeinden, Flächeneigentümer:innen, Wissenschaft und Naturschutzorganisationen verbinden.
Ökologisches Wissen dorthin bringen, wo aus einer Idee ein gutes Renaturierungsprojekt werden soll.
Gemeinsam anpacken: bei Rewilding-Camps, Freiwilligentagen und Nachbarschaftsaktionen pflanzen, renaturieren und neue Lebensräume schaffen.


Zugangsgerechtigkeit
Nicht alle Menschen haben die gleichen Möglichkeiten, Natur zu erleben. Manchmal fehlt Natur ganz in der Nähe. Manchmal ist sie zwar da, aber schwer erreichbar – etwa durch finanzielle oder körperliche Barrieren, fehlende Zeit, Wissen, Infrastruktur oder andere Ressourcen.
Deshalb möchten wir Barrieren auf zwei Wegen senken: Natur dorthin zurückbringen, wo Menschen leben – und Menschen den Zugang zu bestehender Natur erleichtern.
Das können neue Naturorte vor der Haustür sein, aber auch frei zugängliche Natur- und Waldbadenpfade, Wildnisangebote, einfache Übernachtungsmöglichkeiten in der Natur sowie kostenlose oder geförderte Kurse und Naturerfahrungen.
Denn die Möglichkeit, Natur zu erleben, sollte nicht davon abhängen, wo jemand lebt, wie viel Geld oder Zeit zur Verfügung steht oder welches Wissen bereits vorhanden ist.
Natur zurückbringen. Zugänge schaffen. Natur erleben.
Langfristige Vision
Recht auf Natur möchte dazu beitragen, Natur zurückzubringen – und gleichzeitig Menschen, Gemeinschaften und Strukturen stärken, die langfristig weitere Veränderungen möglich machen.
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01 / Ökologie
Natur soll wieder mehr Raum bekommen.
Neue und wiederhergestellte Lebensräume schaffen Raum für Arten und verbinden bestehende Naturflächen. Naturnahe Landschaften können zudem Wasser zurückhalten, Böden schützen, Hitze abmildern und widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels werden.
Aus vielen kleinen Naturorten können langfristig wieder lebendige, vernetzte Landschaften entstehen.
Natur soll wieder mehr Raum bekommen.
Neue und wiederhergestellte Lebensräume schaffen Raum für Arten und verbinden bestehende Naturflächen. Naturnahe Landschaften können zudem Wasser zurückhalten, Böden schützen, Hitze abmildern und widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels werden.
Aus vielen kleinen Naturorten können langfristig wieder lebendige, vernetzte Landschaften entstehen.
Mehr Natur verbessert unsere Lebensbedingungen.
Bäume spenden Schatten und kühlen, naturnahe Flächen können Wasser aufnehmen und zurückhalten und so helfen, die Folgen von Hitze, Starkregen und Überschwemmungen abzumildern. Gleichzeitig schafft Natur Raum für Bewegung, Erholung, freies Spielen und Entdecken – und kann Gesundheit, Wohlbefinden und die Entwicklung von Kindern unterstützen.
Vom Gefühl der Hilflosigkeit ins gemeinsame Handeln.
Menschen sollen erleben können, dass sie ihr eigenes Lebensumfeld mitgestalten und Veränderungen anstoßen können. Aus einem Wunsch wird Beteiligung – und aus Beteiligung kann sichtbare Veränderung entstehen.
Natur gemeinsam gestalten verbindet.
Lokale Naturprojekte können Menschen zusammenbringen und neue Verbindungen zwischen Bürger:innen, Gemeinden, Wissenschaft, Naturschutz und weiteren Akteur:innen schaffen. Gemeinsames Planen und Handeln stärkt lokale Netzwerke und schafft Räume für Austausch, Mitgestaltung und demokratische Teilhabe.
Barrieren abbauen · Natur in den Alltag bringen · Naturerfahrungen ermöglichen
Natur soll für mehr Menschen erreichbar und erlebbar werden. Recht auf Natur möchte Barrieren zum Naturerleben senken – indem Natur dort zurückkommt, wo Menschen leben, und indem Zugänge zu bestehender Natur erleichtert werden. Kostenlose oder geförderte Naturangebote, Naturpfade oder Wildniserfahrungen können dazu beitragen, dass Naturerleben weniger von Einkommen, Wissen, Zeit oder anderen Ressourcen abhängt.
Ein Ansatz, der sich auf andere Orte übertragen lässt.
Recht auf Natur möchte einen niedrigschwelligen und übertragbaren Weg schaffen, lokale Naturprojekte anzustoßen. Indem Barrieren gesenkt, Wissen geteilt und erprobte Wege zur Umsetzung zugänglich gemacht werden, können Ansätze auf weitere Gemeinden und Regionen übertragen und an die jeweiligen Menschen, Orte und Ökosysteme angepasst werden.
WAS KANN ENTSTEHEN?
Wenn wir Natur wieder mehr Raum geben, können vielfältige Lebensräume entstehen – für Tiere, Pflanzen und uns Menschen.

Weidetiere halten Landschaften offen und schaffen ein Mosaik aus Gräsern, Kräutern, Sträuchern und Gehölzen. So können artenreiche Lebensräume entstehen. Schatten und vielfältige Pflanzen bieten zugleich bessere Bedingungen für die Weidetiere.
Für Menschen entstehen abwechslungsreiche Landschaften zum Spazieren, Beobachten und Naturerleben – und die Möglichkeit, das Verhalten von Weidetiere in einer naturnäheren Umgebung zu erleben.

Bäume und naturnahe Flächen spenden Schatten und helfen, die Hitzebelastung auf Schulhöfen zu verringern.
Gleichzeitig entsteht ein vielfältiges, artenreiches und entwicklungsförderndes Umfeld zum Spielen, Entdecken und Lernen – mit Pflanzen, Wasser, Tieren und natürlichen Materialien direkt im Alltag der Kinder.

Naturnahe Bäche, Auen und Feuchtgebiete schaffen Lebensraum für eine große Vielfalt von Arten. Sie können Wasser in der Landschaft zurückhalten und Hochwasserspitzen bei Starkregen abmildern.
Gleichzeitig entstehen schöne und kühle Orte zum Spazieren, Joggen, Spielen und Naturerleben.

Natur & Gesundheit
Natur ist unsere Lebensgrundlage – und Naturkontakt kann auf vielen Wegen zu unserer körperlichen und psychischen Gesundheit beitragen. Grünräume schaffen Möglichkeiten für Bewegung und Erholung, können vor Hitze schützen und bringen uns mit einer vielfältigen natürlichen Umwelt in Kontakt.
Herz & Kreislauf
Große Studien bringen mehr Kontakt zu Grünräumen mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit in Verbindung. Dazu könnten unter anderem mehr Bewegung, weniger Stress sowie eine geringere Belastung durch Hitze, Luftverschmutzung und Lärm beitragen.
Liu et al. (2022). Green space and cardiovascular disease: A systematic review with meta-analysis. Environmental Pollution, 301, 118990.
DOI: 10.1016/j.envpol.2022.118990Schutz vor Hitze
Bäume spenden Schatten und kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung. Gerade in Städten können Bäume und andere Grünflächen deshalb einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Belastung durch sommerliche Hitze zu verringern.
Eine globale Untersuchung von 8.919 Städten zeigt, dass der heutige Baumbestand bereits einen erheblichen Teil des potenziellen städtischen Wärmeinseleffekts auf die Lufttemperatur ausgleicht.
des potenziellen städtischen Wärmeinseleffekts werden global durch den heutigen Baumbestand ausgeglichen.
McDonald et al. (2026). Trees halve urban heat island effect globally but unequal benefits only modestly mitigate climate-change warming. Nature Communications.
DOI: 10.1038/s41467-026-71825-xKonzentration & Entwicklung
Experimentelle Studien zeigen kleine positive Effekte von Naturkontakt auf bestimmte kognitive Leistungen, insbesondere auf Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen. Für Kinder bietet Natur darüber hinaus Raum zum Entdecken, Bewegen und freien Spielen.
Nguyen & Walters (2024). Benefits of nature exposure on cognitive functioning in children and adolescents: A systematic review and meta-analysis. Journal of Environmental Psychology, 96, 102336.
DOI: 10.1016/j.jenvp.2024.102336Stress & psychisches Wohlbefinden
Naturkontakt wird mit weniger Stress und besserem psychischen Wohlbefinden in Verbindung gebracht. Auch experimentelle Studien zu Aufenthalten in natürlichen Umgebungen liefern Hinweise auf positive Effekte auf Stress und Stimmung.
Shuda et al. (2020). Effect of nature exposure on perceived and physiologic stress: A systematic review. Complementary Therapies in Medicine, 53, 102514.
DOI: 10.1016/j.ctim.2020.102514Mikrobielle Vielfalt & Immunsystem
Boden, Pflanzen und andere natürliche Oberflächen beherbergen eine enorme Vielfalt an Mikroorganismen. Der Kontakt mit biodiversen Lebensräumen beeinflusst deshalb auch die Mikroorganismen, mit denen unser Körper in Berührung kommt.
In finnischen Kita-Experimenten wurden Teile konventioneller Außenflächen mit Waldboden und naturnaher Vegetation angereichert. Bereits nach wenigen Wochen zeigten sich Veränderungen der Haut-, Darm- und Umweltmikrobiota der Kinder sowie bei untersuchten Immunmarkern.
Roslund et al. (2020). Biodiversity intervention enhances immune regulation and health-associated commensal microbiota among daycare children. Science Advances, 6, eaba2578.
DOI: 10.1126/sciadv.aba2578Roslund et al. (2021). Long-term biodiversity intervention shapes health-associated commensal microbiota among urban day-care children. Environment International, 157, 106811.
DOI: 10.1016/j.envint.2021.106811Bewegung & körperliche Aktivität
Gut erreichbare und attraktive Naturräume laden zum Gehen, Spielen, Erkunden und Bewegen ein. Körperliche Aktivität gilt zugleich als einer der möglichen Wege, über die Grünräume zur Gesundheit beitragen können.
Hier die bereits verwendete Meta-Analyse zu Grünraum und körperlicher Aktivität einfügen:
Biodiversität & Wohlbefinden
Nicht nur wie viel Natur uns umgibt, sondern möglicherweise auch, wie vielfältig sie ist, könnte für unser Wohlbefinden von Bedeutung sein.
Eine europaweite Untersuchung mit mehr als 26.000 Menschen fand einen positiven Zusammenhang zwischen der Vielfalt der Vogelarten in der Umgebung und der Lebenszufriedenheit. Experimentelle Untersuchungen zeigen außerdem, dass natürliche Geräusche wie Vogelgesang unser psychisches Erleben beeinflussen können.
Methorst et al. (2020). The importance of species diversity for human well-being in Europe. Ecological Economics, 181, 106917.
DOI: 10.1016/j.ecolecon.2020.106917Stobbe et al. (2022). Birdsongs alleviate anxiety and paranoia in healthy participants. Scientific Reports, 12, 16414.
DOI: 10.1038/s41598-022-20841-0Recht auf Natur möchte von bestehenden Ansätzen lernen und verbinden, was vielerorts bereits da ist: Menschen · Wissen · Erfahrung · Flächen · gute Ideen.

Pilot gesucht
Gemeinsam mit einer Gemeinde, einem Dorf oder einem Stadtteil möchten wir den Ansatz erstmals praktisch erproben.
Wer steckt dahinter?
Ich bin Biologin und beschäftige mich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit Artensterben, Klimawandel und Naturschutz. Für mich wurde dabei eine Frage immer wichtiger: Wie kommen wir vom Wissen ins Handeln?
In Leipzig erlebe ich, welchen Unterschied zugängliche Natur für eine Stadt machen kann – vom Auwald bis zu den neuen Seenlandschaften.
Aus dieser Idee entstand Recht auf Natur: wissenschaftliches Wissen mit Renaturierung, Beteiligung und gemeinschaftlichem Handeln zu verbinden.